2008 startete erstmals der Aufruf

Wort des Jahres.

Die Wahl der sächsischen Wörter des Jahres - von der Ilse-Bähnert-Stiftung ins Leben gerufen - ist eine gemeinsame Initiative der Ilse-Bähnert-Stiftung, der Säschsischen Zeitung und MDR Sachsen.
Um den Dialekt zu pflegen und dem Verlust sächsischer Vokabeln entgegen zu wirken, sind Leser und Hörer aufgefordert, ihre Vorschläge einzureichen. Dabei prüft ein Germanistikprofessor die Worte auf ihren sächsischen Gehalt und Ursprung. Eine promintente Jury wählt aus den Einsendungen das schönste und das bedrohte Wort des Jahres. Die Wahl zum Lieblingswort hingegen liegt in der Hand der Sachsen selbst, die darüber abstimmen können.

 

2017

- schön -   - bedroht -   - beliebt -
Schmieche Reformande andadschn
Gliedermaßstab, Metermaß, Zollstock Strafpredigt, Zurechtweisung, Verweis antasten, anfassen, jemanden oder etwas berühren

2016

Über 4.300 Wörter wurden vorgeschlagen

- schön -   - bedroht -   - beliebt -
Diggschn Mäffdl Bibbus
... schmollen, eingeschnappt sein ... klappriges, kleines Auto ... ein kleines, stiftähnliches Teil

2015

Über 8.000 Wörter wurden diesmal vorgeschlagen und eingereicht - so viel wie noch nie.

- schön -   - bedroht -   - beliebt -
Dämse eiforbibbsch Blaadsch
... manchmal unterträgliche drückende Hitze und Schwüle im Sommer ... Ausruf des Erstaunens ... umganssprachlich für einen ungeschickten Menschen

2014

Über 7.000 Wörter wurden eingereicht. Aus den 20 am häufigst genannten konnte das beliebteste Wort gewählt werden.

- schön -   - bedroht -   - beliebt -
Gelumbe Däschdlmäschdl forblembern
... Nutzlose Dinge ... Eine Liebschaft ... trödeln oder Zeit vergeuden
  Diese kann mehr oder weniger heimlich sein.  

2013

Über 3.000 eingereichte Wörter standen zur Auswahl. Mehr als 20.000 Sachsen beteiligten sich an der Internet-Abstimmung über das beliebteste Wort.

- schön -   - bedroht -   - beliebt -
forhohnebibln schnorbslich Hitsche
... Es stammt von 'Hohn' ab und heißt jemanden zu veralbern. ... Es heißt köstlich und kommt ursprünglich von 'schnurpsen'. ... Fußbank - für den täglichen Gebrauch im Haushalt
Der Sachse hat Witz und das Verb hilft ihm dabei, mit ironischer Selbstschau und Schlitzohrigkeit sich selbst nicht zu ernst zu nehmen. Es bedeutet jemanden verschmähen, verfluchen, verachten, verspotten, veralbern, veräppeln, verhöhnen. Nach dem leisen Abbeißen ist beim Kauen der Speisen ein leises, knackendes, reibendes Geräusch zu hören. Das deutet auf ein hohes Geschmackserlebnis hin. Dieses Köstliche bezieht sich jedoch nur auf ausgewählte Mahlzeiten. Ursprünglich kommt das Wort von 'Hocken' oder 'Rutschen'. Die Fußbank wurde/wird ständig hin und her geschoben. Man kann darauf steigen, um für Arbeiten größer zu sein oder eine bessere (Aus)sicht zu erlangen. Gleichzeitig ist sie ein Sitzplatz, auf den man sich hocken kann, um verschiedene Arbeiten zu verrichten oder sich auszuruhen.
'Hitsche' steht aber auch für ein klappriges Auto oder einen uralten Kinderwagen. Eine Käsehitsche wiederum ist ein aus schmalen Stahlrohren gebauter Schlitten mit Holzsitz, mit dem man rutschen kann.
Über 4.500 Sachsen stimmten über das beliebteste Wort ab.

2012

Über 3.000 eingereichte Wörter standen zur Auswahl. Mehr als 20.000 Sachsen beteiligten sich an der Internet-Abstimmung über das beliebteste Wort.

- schön -   - bedroht -   - beliebt -
plumbn Renftl didschn
... Wasser pumpen, heftiger Starkregen, schnell und viel trinken ... Brotkanten ... Lebensmittel in Flüssigkeit eintunken
Das Wort hat mehrere Bedeutungen. Einerseits ist es das Pumpen von Wasser, andererseits wird damit starker Regen beschrieben. Es beschreibt aber auch das schnelle Trinken großer Mengen, die man in sich hinein schüttet.

Platz 2: PLÄMPE
Platz 3: HITSCHE
Ansonsten eher bekannt als Brotkanten. Eine Angewohnheit, vor allem feste Lebensmittel (Kuchen, Gebäck) vor dem Essen in den Kaffee oder andere Getränke einzutauchen.

2011

Über 3.000 eingereichte Wörter standen zur Auswahl

- schön -   - bedroht -   - beliebt -
bomforzionös Haderlump katschn
... großartig ... Landstreicher ... laut oder schmatzend kauen
Das Wort wurde von den Franzosen übernommen, die während der napoleonischen Kriege in Sachsen hausten. Es ist eine mundartliche Abwandlung von bonne force. (Wörtlich: gute Kraft, sinngemäß: stark, hervorragend) Der sprachliche Ursprung liegt im Althochdeutschen Hadara, dem Lappen. Der Haderlump ging selbst in Lumpen und war ein unehrenhafter und gesinnungsloser Mensch. Gleichzeitig galt er als gewitzer Schlingel, Schelm. Gewählt mit 28,5 Prozent der Stimmen.

Platz 2: RÄNFT
Platz 3: DORHEEME

2010

Über 3.500 eingereichte Wörter standen zur Auswahl

- schön -   - bedroht -   - beliebt -
bäbbeln dschidscheriengrien Hornzsche
... Fußball spielen ... giftgrün ... verwahrloste Behausung

2009

Über 4.000 eingereichte Wörter standen zur Auswahl

- schön -   - bedroht -   - beliebt -
fischelant Asch färdsch
... aufgeweckt, gewandt ... große Schüssel ... fertig
Das Wort klingt französisch und ist es ursprünglich auch. Es heißt vigilant, wachsam. Im Lateinischen erscheint diese Vokabel als vigilans. Früher war der Asch eine irdene Schüssel für Milch. Er hieß so, weil zuvor das Gefäß aus Eschenholz gedrechselt war. Gewählt mit 25.76 Prozent der Stimmen kommt das Wort ursprünglich vom Mittelhochdeutschen vertec und heißt eigentlich zur Fahrt bereit. Es symbolisiert die allgemeine Bedeutung bereit sein.

2008

Über 3.000 eingereichte Wörter standen zur Auswahl

- schön -   - bedroht -   - beliebt -
muddln lawede Nu
... langsam arbeiten, sich beschäftigen ... etwas kaputt, wackelig ... ja, jetzt
Die Jury entschied sich für dieses Wort, weil es eine Tätigkeit beschreibt, die nur die Sachsen kennen und das auf treffende Weise den Charakter der Sachsen beschreibt. Außerdem spricht es sich in seiner Lautfolge schön sächsisch. Das Attribut kommt ursprünglich vom Wort leibelösig, abgenutzt, altersschwach und gehört zu leiböhnig, was ohne Leben bedeutet. Das Wort bekam 22,83 Prozent der abgegebenen Stimmen. Es beruht auf dem Slawischen, den sprachlichen Ursprüngen des Landes. Neben 'ja' und allgemeiner Zustimmung wird NU auch als 'nun' verwendet.

Platz 2 für: DITSCHEN
Platz 3 für: PLAATSCH

Sächsisches Wort

Punkt Das schönste Wort.

Punkt Das bedrohte Wort

Dieses Wort muss gerettet werden, da es nur noch selten in Gebrauch ist und auszusterben droht.

Punkt Das beliebteste Wort

Dieses Wort legen die Sachsen selbst fest.