ZeitungFast jährlich findet man in der Presse eine Art "Gebrauchsanweisung", wenn die Zeit des Lichten gehens - vom 11.11. bis zum Fasching - angebrochen ist. Aber es werden auch Hintergrundinformationen zum Ursprung dieses Brauches gegeben.

Pfeil Er kommt aus der Zeit als, um Licht zu sparen, gemeinsam gestrickt oder gesponnen wurde und man sich dabei Geschichten erzählte. Es gab noch kein elektrisches Licht und so waren die Winterabende lang und dunkel. Kienspäne wurden angezündet, die allerdings nur ein notdürftiges Licht spendeten. Wachs- und Talglichter sowie Öl waren damals nicht für alle erschwinglich. So taten sich Nachbarn zusammen, um im eigenen Haus Licht zu sparen. Sie gingen immer zu jemand anderem, bis man selbst wieder an der Reihe war. Bei diesen Treffen wurde der Flachs fertig gesponnen, den das Gesinde vom Bauern neben Lohn und Essen als Debutat erhielt. Reichere Weber stellten eine Kerze ins Fenster und zeigten damit, dass es ihnen gut ging. Die anderen gingen dann "zum Licht". Um nicht gleich feststellen zu können, wenn jemand öfter hinging, verkleidete man sich.

Mit der Erfindung anderer Lichtquellen verlor das "Lichten" in seiner ursprünglichen Funktion seine Bedeutung. Heute dient der Brauch der Geselligkeit.

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Wie läuft das alles nun ab??

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Die "Lichtengänger" schicken eine Benachrichtigung an ihre Gastgeber, in der sie ihr Kommen ankündigen. Dies geschieht ohne Absender, denn die anonymen Besucher müssen erraten werden. Die Lichtengänger erscheinen zu diesem Zweck in den tollsten Verkleidungen. Dem Einfallsreichtum sind dabei keine Grenzen gesetzt. Sie sind bestrebt nicht sofort erkannt zu werden und beziehen deshalb ihre gesamte Gestik ein. Das heißt auch, der Abend beginnt schweigend. Der Gastgeber bedient die Verkleideten und versucht mit seinen Mitteln die Besucher schnellstmöglich zu enttarnen. Seine Vorbereitungen bestehen deshalb vorrangig aus heißen Getränken und einer gut geheizten Stube. Den Gästen soll schnell warm werden, damit sie freiwillig ihre Verkleidung ablegen.

Früher traf man sich aus Zuneigung und Freundschaft. Von Verkleidung und Raten war keine Rede. Heute wird die Selbsteinladung mit dem Wunsch nach Geselligkeit verbunden. Wer geht schon zu jemanden, den man nicht mag? Der Brauch zeugt also auch von Freundschaft und menschlicher Nähe. Wenn zu später Stunde die längst erratenen Gäste mit ihren Gastgebern in Erzählungen und Erinnerungen ein Gefühl des Gemeinsamkeit spüren, ist vielleicht der ursprüngliche Zweck der Stuben-Geselligkeit auch heute noch lebendig.

Gedicht Lichten

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Zu Lichtn gihn

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"Ich wellt amol zu Lichtn gihn
und mir verhooste Wodcht oaaziehn!
Ock wu krig'ch anne Loarve har?"
kloit unser Feuerriepl Schwar.

"Oan bestn, du setzt goar nischt uf",
soit Seffmlablts Dieter druf.
"Du tust diech woaschn, ib de gist,
und do weeß kenner, war de bist!"


Buch Aus: Hans Klecker
Vu jedn Durfe a Hund

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