Johann Friedrich Mayer

Biografie

MayerJohann Friedrich Mayer wurde am 21. September 1719 als Sohn eines Gastwirtes und Posthalters in Herbsthausen geboren. Er starb am 17. März 1798 in Kupferzell.

Mayer besuchte die Lateinschule in Weikersheim und anschließend das Gymnasium in Öhringen. Nach seiner theologischen Ausbildung an der Universität Jena verbrachte er einige Zeit bei seinen Eltern. Die 1741 angebotene Pfarrstelle in Riedbach hatte er bis 1745 inne. Die Stelle, der katholischen Linie Hohenlohe-Bartenstein angehörend, war mit hohen Kosten verbunden. Neben einem Antrittsgeld musste Mayer dem ausscheidenen Pfarrer bis an sein Lebensende eine Rente von 25 Gulden zahlen.

Der junge Vikar setzte sich für die Belange seines katholischen Landesherren gegen das evangelische Konsistorium in Öhringen ein, was ihm schlimme persönliche Angriffe bescherte. Vor allem die Einführung des Gregorianischen Kalenders in den Gemeinden katholischer Linie stellte einen Gegensatz zum Konsistorium dar, das am verbesserten Julianischen Kalenders festhielt. Es traten Schwierigkeiten bei der Festlegung der großen kirchlichen Festtage auf. Der Sindringer Pfarrer Yelin verweigerte daraufhin den Gehorsam gegen den Landesherrn und fand zahlreiche Anhänger. Zur Schlichtung wurde Mayer nach Sindringen versetzt. Dem Konsistorium Öhringen wurde von aufgebrachten Sindringer Bürgern eine Anklageschrift vorgelegt, in dem die Eignung Mayers in Frage gestellt wurde. Pfarrer Mayer indess konnte auf den Beistand des Landesherren rechnen. Dieser besorgte ihm schließlich die Pfarrstelle am Amtsort Kupferzell. Bis zu seinem Tode 1798 war Mayer evangelischer Pfarrer in Kupferzell.

Mayer war verheiratet mit Anna Charlotte, einer Frau 'aus gleichem Stande'. Sie war die Mutter seiner fünf Söhne und seiner drei Töchter. Anna Charlotte starb 1801 im Alter von 76 Jahren bei ihrem Schwiegersohn in Künzelsau.

InfoDie Gemeinschaftsschule in Kupferzell trägt den Namen 'Johann Friedrich Mayer'.

 

Als Aufgabe sah Mayer die Seelsorge und die Aufklärung zum Wohle der Gemeinde. Seine Bemühungen um die Landwirtschaft stellten heraus, dass diese der einzige Erwerbszweig sei, von dem alle anderen abhingen.Wer bald müde
wird, schickt sich
nicht zum Lehrer
unter Bauern.
Er versuchte, alles Hemmende aus dem Weg zu räumen und stellte Berechnungen an, um seine Neuerungen schmackhaft zu machen. Mayer beobachtete die bäuerliche Arbeit auf den Höfen und war bestrebt, Verbesserungen einzubringen. Dabei war ihm bewusst, dass Anschauung wichtiger sei, als exakte Begründungen. Oft war bei den Bauern das Lesen verpönt und das Hören allein überzeugte nicht.

Erst 1769, im Alter von 49 Jahren, brachte Mayer seine erste Schrift heraus. Sie gründete auf Erfahrungen, die er in 23 Jahren gesammelt hatte. Es folgten 37 weitere Werke in den folgenden 30 Jahren. In Zeitschriften und Büchern erklärte Mayer die natürlichen Zusammenhänge in Feldbau und Viehaltung. Zum größten Teil enthielten seine Werke Antworten auf Anfragen und Briefe und Verteidigungen gegen Angriffe anderer Autoren. Er bedauerte es, dass keine Einigkeit unter den Reformern herrschte und viel zu viel geschrieben würde. Dennoch wurden gerade Mayers Schriften wegen seiner allgemeinen Verständlichkeit, auch von höchsten Stellen in ganz Europa, gewürdigt. Sie waren nicht nur landwirtschaftlich orientiert, sondern umfassten das gesamte gesellschaftliche Leben.

Georg Forstner, Landsmann und Freund, war der erste Biograf Mayers. Er ließ nach dessen Tode und Beisetzung 1798 in Kupferzell eine als Denkmal gestaltete Grabplatte hauen. Noch heute ist der Vers zu lesen.

GrabsteinGrab
(Bild lässt sich vergrößert anzeigen)

Treu dem frühesten Geschäft, das einst die Sterblichen trieben,
Lehrer und Landmann zugleich, bautest du Herzen und Feld.
Darum belohnet dich nun die gütige Mutter, die Erde,
da du sie also geehrt und ihre Kinder beglückt.
Anderen gibt ihr Schoß nur toten Marmor zum Denkmal,
dir sich verjüngende Au'n und fröhliche Menschen darauf.

nach oben

Karl Julius Weber

Biografie

Karl Julius Weber wurde am 21 April 1767 in Langenburg geboren. Er starb am 20. Juli 1832 in Kupferzell.

Als Sohn eines Hofbeamten besuchte er die Lateinschule in Langenburg und ab 1782 das Gymnasium in Öhringen. Später studierte er in Erlangen und bis 1790 in Göttigen. Es folgte eine Hauslehrerstelle in der französischen Schweiz, wo er sich mit französischer Literatur und Philosophie vertraut machte. 1792 wurde Weber Privatsekretär beim Grafen von Erbach-Schönberg. In der Regierungskanzlei zu König im Odenwald wurde er 1799 Regierungsrat (später: Hofrat). 1802 trat er in Isenburgsche Dienste und begleitete den Erbgrafen von Isenburg-Büdingen als Hof- und Regierungsrat auf seinen Reisen.
Die Anstellung endete in einem Zerwürfnis. Weber nahm seinen Abschied und lebte fortan bei der Familie seiner Schwester im Schloss Kupferzell, die mit dem fürstlichen Amtmann verheiratet war. Hier vollendete er sein Werk "Demokritos". Über Jagsthausen, Weikersheim und Künzelsau kam er nach Kupferzell, wo er von 1820 bis 1824 das Oberamt Künzelsau in der württembergischen Ständeversammlung vertrat.

InfoDie Sport- und Freizeithalle des Ortes trägt den Namen von Carl Julius Weber. Ebenso wurde eine Straße nach ihm benannt.

 

PfeilWeber wird als Plauderphilosoph und einer der raren satirischen Talente deutscher Literatur seiner Zeit beschrieben. Er war Reiseschriftsteller und Kulturhistoriker. In seinem mehrbändigen Werk "Demokritos oder hinterlassene Papiere eines lachenden Philosophen" hat er sein Leben Revue passieren lassen. Auf geistreiche, skeptische und teils frivole Art schildert er seine Erfahrungen. Vollendet wurde das Demokritos-Werk im Schloss Kupferzell.


Ein früchtebehangener Baum statt eines christlichen Symbols ziert den Grabstein Webers auf dem Friedhof Kupferzell. Die lateinische Inschrift ist noch erhalten.

GrabsteinGrab
(Bild lässt sich vergrößert anzeigen)

Heiter, nicht unfromm hab ich gelebt.
Ungewiß sterb ich, doch nicht bestürzt.
Keiner weiß das Rätsel des Lebens zu lösen.
Sein des Seienden, erbarme dich meiner.
(verdeutschter Text)

nach oben

Wilhelm Dutt

DuttWilhelm Dutt wurde am 08.10.1857 in Menzingen geboren, er starb 1930.

Dutt war von 1887 bis 1924 Bürgermeister in Kupferzell. Auf seine Initiative hin wurde Ende des 19. Jahrhunderts im Ort das erste Getreide-Genossenschaftshaus Württembergs gebaut, möglicher- weise sogar in ganz Deutschland. Er fand für dieses genossenschaftliche Unternehmen sowohl Fürsprecher als auch Gegner. Es stellte sich als schwierig heraus, die Mehrheit der Bauern von diesem Vorhaben zu überzeugen. Für Dutt war es unerträglich, zu sehen, wie landwirtschaftliche Erzeugnisse in Scheunen verdarben. So nahm er die Gründung einer Getreide- verkaufsgenossenschaft in Angriff. Am 27.12.1896 fand die Gründerversammlung in Kupferzell statt. Dennoch hatte es die junge Genossenschaft schwer, am Markt als Verkäufer aufzutreten und Handel zu treiben. Die Bauern selbst befürchteten, Ablieferungs- zwang zu unterliegen und sahen die alte Leibeigenschaft aufkeimen. Sie erkannten die angedachte Einrichtung nicht als der Selbstständigkeit der Bauern dienlich.
Das erste Lagerhaus war 1897 fertig gestellt und bereit, die Ernte des Jahres aufzunehmen. Dies jedoch verhinderte ein Hagelschlag am 1. Juli 1897. In jener Nacht wurden Früchte auf einer Fläche von 58.000 Hektar vernichtet und die reich erhoffte Ernte blieb somit aus. In der Folge hatte die Genossenschaft kein Getreide zum Verkauf, sie musste selbiges einkaufen. Um die Bevölkerung mit dem Nötigsten versorgen zu können, kaufte man ebenso Futtermittel, Kartoffeln, Saatgut und Mehl. Die Not führte die Menschen zusammen und die junge Genossenschaft zählte mehr und mehr Mitglieder. Dem Beispiel eines genossenschaftlichen Getreidelagers folgten bald gleiche Einrichtungen andernorts in Württemberg.

Die Landwirtschaftliche Kreisge- nossenschaft als Nachfolgerin war bestrebt, sowohl Lagerhaus als auch Maschinen aus früherer Zeit zu erhalten. 1980 verkaufte sie das Gebäude an die Gemeinde Kupferzell. 1989 wurde das alte Kupferzeller Lagerhaus versetzt und befindet sich seither im Hohenloher Freilandmuseum in Wackershofen.

In Kupferzell ist eine Straße nach Wilhelm Dutt benannt.

nach oben

Eberhardt Finckh

Eberhardt Finckh wurde am 07. November 1899 in Kupferzell geboren. Er starb am 30. August 1944 in Berlin.

Finckh wuchs in Urach und Stuttgart auf und trat 1917 als Kriegsfreiwilliger in das Königlich-Württembergische Armee-Korps. Nach seiner Übernahme in die Reichswehr 1920 wurde er 1923 zum Leutnant befördert. Später erhielt er das Kommando als Batteriechef bei einem Artillerieregiment in Ulm. Im Jahr 1927 wurde Finckh an die Kriegsakademie in Berlian-Moabit abkommandiert. Dort lernte er später Claus Schenk Graf von Stauffenberg kennen.

Finckh wurde im Zweiten Weltkrieg im Stab verschiedener Einheiten als Quartiermeister verwendet. Bei seinem Einsatz in Paris lernte er den Befehlshaber General Carl-Heinrich von Stülpnagel kennen. Dieser war eine der zentralen Personen des Widerstands gegen das NS-Regime. Im Rahmen des Attentats auf Hitler beteiligte sich Finckh an den Planungen eines Putsches in Paris. Aufgrund einer Nachricht der Verschwörer aus Berlin informierte er am 20. Juli 1944 seinen Vorgesetzten über den Tod Hitlers und leitete die Festnahme des Sicherheitsdienstes in Paris ein.

Der Umsturzversuch wurde abgebrochen, als bekannt wurde, dass das Attentat misslungen war. Finckh wurde am 26. Juli 1944 verhaftet um am 24. August d. J. unehrenhaft aus der Wehrmacht ausgestoßen. Damit war das Reichskriegsgericht für die Aburteilung nicht mehr zuständig. Vom Volksgerichtshof wurde Finckh am 29. August 1944 zum Tode verurteilt und am nächsten Tag im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee erhängt.

In Kupferzell ist eine Straße nach Eberhard Finckh benannt.

nach oben

Rolf Wütherich

Rolf Wütherich geboren 1927, starb am 22. Juli 1981 in Kupferzell.

Wütherich war Rennfahrer der Rennwagenabteilung von Porsche und arbeitete 1950 in den USA für die Porsche AG. Er überlebte eine Reihe gefährlicher Unfälle. Am 30. September 1955 war er Beifahrer beim Unfall des US-Schauspielers James Dean. Während Dean dabei tödlich verunglückte, überlebte Wütherich schwer verletzt.

1981 starb Rolf Wütherich an den Folgen eines Verkehrsunfalles.